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DON JUAN, ERZAEHLT VON IHM SELBST

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DON JUAN excerpt

p. 108] Such savoring quickly elicited the pleasurable anticipation of the woman, the unknown one, who would become part of him at the next station and,vice versa, he a part of her; and, meanwhile, he was glad on this, the third day of his week of joy, not just to  be in a state of anticipation for the next one, but also for the one after that. And at the same time, he persued his melancholy  from station to the next station; his inconsolability. With time this state of affairs produced a plan, all by itself, without any doing on his part. He saw himself  fleeing peacably, his fleeings were peace as such; only in flight did he become so peaceful. Restless Don Juan only became again the closer to the encounter with the woman. Immediately preceding it, he would not have minded if a higher power, a fire storm, an earth quake, nay the end of the world, had intervened. But meanwhile he had learned that nothing could prevent the meeting from taking place. The state of war in Ceuta made the meeting, "as they say," inevitable. From one day to the next there existed no higher power than that between him and the woman. As to "love", not one word on that score from Don Juan.  That would only have diminished what transpired.

 
 
From Handke's virtuoso dance on top of the pin of narrative, Don Juan, the story, once again, of a different woman per day in a different city!
    

Don Juan, gewendet
Peter Handkes neues Buch ueber einen alten Mythos

Von ALEXANDER KLUY - Die Berliner Literaturkritik, 22.09.04

Port-Royal-des-Champs. Kein Nest. Nicht einmal ein Kaff. Vielmehr: eine Einsiedelei. Eine kurz vor dem Konkurs stehende Gastwirtschaft. In einem fast schon geschichts- und ortlosen Frankreich. Bewohnt von einem, der ganz am Boden angekommen ist, bar jeder nachbarlichen Beziehungen ist  und ueberrascht wird durch einen Gast. Dieser Gast, kein steinerner, ist niemand anderer als Don Juan

Tatsachen im Koenigsfeld

Und wie sollte es anders sein: ein Don Juan, der verfolgt wird von einem Liebespaar, das er so gar nicht voyeuristisch-luestern beim Liebesspiel in einem Waeldchen beobachtet hatte. Als sie, aufgeschreckt durch einen Ast, auf den Don Juan trat, ihm nachjagen, zu Fuss, dann auf einem Motorrad, nimmt er Reissaus.

Eine Jagd beginnt. Und der praesumtive Taeter ist im Handumdrehen Opfer. Doch  nein! Am Ende, so schreibt es Peter Handke in seinem neuen Buch, als er in jenes abseits gelegene Anwesen ganz buchstaeblich faellt, eben jenes Port-Royal-des-Champs, ein einstiges Kloster, somit geschuetzter Grund fuer Fluechtlinge, winken sie dem Querfeldeinstuerzenden fast freundschaftlich zu

Fiktionen

Don Juans Geschichte kann kein Ende haben, und das ist, sage und schreibe, die endgueltige und wahre Geschichte Don Juans." (Peter Handke)

Tatsache? Fiktion? Feerie? Aber dieser Don Juan ist kein Fraueneroberer, kein Herzensbrecher; keine wilden, leidenschaftlsentfesselten Aventueren in bevoelkerten Boudoirs verheisst er, und keinerlei erotische Halluzinationen. Vielmehr verzaubert er durch Trauer. Und Handke bringt diese Trauer, die dem legendenumwobenen Protagonisten eigene Melancholie durch den Verlust des engsten Menschen, zart unters Volk. In Schilderungen von Blicken, Begegnungen, die zart, ja herisch anmuten. In denen sich ein Liebesgespinst entspinnt. Schwer, und zugleich ganz leicht.

Ebenso schwer wie leicht mutet auch die Konstruktion dieses Buches an: Denn in sieben Tagen erzaehlt Don Juan die Geschehnisse der zurueckliegenden sieben Tage. Denn binnen einer Woche absolvierte er eine Weltreise, vom einen Ende der auktorial bekannten Welt bis an die Saeulen des anderen Endes.

Leichtigkeit

Leicht macht es Peter Handke dem Lesepublikum diesmal. Aber zugleich gilt: So leicht macht es diesmal Peter Handke seinem Publikum ganz und gar nicht. Nach den beiden schwergewichtigen, von der Kritik auch als ueberladen eingestuften Romanen In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus" und Der Bildverlust" hat er nun wieder ein Sommer-Buch verfasst. Aehnlich dem mehr als ein Jahrzehnt zurueckliegenden …Nachmittag eines Schriftstellers" ist dies aber mehr als eine Etuede. Und ist auch weitaus kunstfertiger als eine Etuede. Der offensichtliche Schein truegt. Truegt auch hier.

Selbst mit dem Zitat Chi son’io tu non saprio" (Wer ich bin, du wirst es nie erfahren) aus Mozarts Don Giovanni" legt Handke verspielt, ja fast schon ungewohnt humoristisch  oder ist dies nur das schwere Seriositaetsimage, das ihm umgehaengt wurde eine falsche Faehrte. Doch selbst dieser Holzweg ist verspielt, voller Reize und ueberraschenden Wendungen. Biographie? Fiktion? Feerie? ‚Don Juans Geschichte kann kein Ende haben, und das ist, sage und schreibe, die endgueltige und wahre Geschichte Don Juans."

ueber viele Seiten hinweg gelingen dem oesterreichischen, seit langem in Paris lebenden Autor, der kuerzlich verlauten liess, dass er eine Rueckkehr in die Alpenrepublik erwaege, poetisch-praezise Beobachtungen, Observationen und Beschreibungen der Natur. Dass manche Saetze zu lang geraten sind, in eben ihrer laenge und beim Sichinswortfallen zu beschwerlichen Ungetuemen aufbauen, das ist zu verschmerzen.

Feerie

Don Juans Geschichte kann kein Ende haben, und das ist, sage und schreibe, die endgueltige und wahre Geschichte Don Juans." Dass sie endet, ausgerechnet in Port-Royal in den Feldern, in einem koeniglichen Hafen; nein, ernst gemeint ist dies nicht. Das kann Handke nicht ernst meinen. Und Don Juan bricht auch auf; ruhelos getrieben. Auf zu weiteren sieben Tagen. Zu neuen Anti-Abenteuern. Eben Fiktion, Feerie. Ein zauberhaftes Buechlein.Alexander Kluy arbeitet als freier Buchkritiker fuer dieses Literatur-Magazin..

Handke-Tagebuch:

 

 

Unstillbare Sehnsucht nach Erloesung Peter Handke hat eine schwerelose, berueckende Liebesgeschichte geschrieben Schlichtere Form, verzauberndere Wirkung: Peter Handke ist nach seinem monumentalen Erzaehlepos Mein Jahr in der Niemandsbucht (1994) zu den durchsichtigen Erzaehlgeweben seiner drei Versuche zu Beginn der 90er Jahre zurueckgekehrt. Ein Gewinn; denn dieses Buch will man immer von neuem lesen. VON

PIA REINACHER Es ist, wie wenn er zu einem erneuten Versuch ausgeholt haette; denn im Kern bleiben sich einige der Themen gleich oder finden sich in Spurenelementen wieder. Aber die Durchuehrung ist ganz und gar verschieden. Glich die Niemandsbucht mit ihrer gigantischen Orchestrierung, ihrem aufgeplusterten Klang einer Bruckner-Symphonie, ist der neue Roman Kammermusik: verinnerlicht, luzide, feinstveraestelt. Weniger Pathos, mehr ruhige Insistenz. Kaum Sprachgeschiebe, eher schweigsames Umstellen. Kein lautstarkes Sprechen, nur vorsichtiges Transkribieren von Bewusstseinsinhalten und seelischen Zustaenden. Immer noch gelegentlich beschwoerendes Raunen, aber ertraeglich, in einem dem Goetterliebling durchaus zugestandenen Rahmen. Wie immer findet sich auch selbstverliebtes Formulieren, vor allem gegen den Schluss hin, bei der seitenlangen mikroskopischen Beschreibung der Steppe, der zugehoerigen Naturphaenomene und der Pruefungen, die der Held zu bestehen hat. Aber wir wollen gnaedig sein. Schliesslich baut Peter Handke die Kritik und ihre Zurueckweisung gleich in den Text ein. Und wer wollte die Verteidigung in eigener Sache nicht nachsichtig dulden, wenn nicht sogar freudig akzeptieren, kommt sie uns doch leise entgegen, fast freundschaftlich und am Ende nicht unueberzeugend: Es stimmt gar nicht, kommentierte der Dichter, dass Narziss in sein eigenes Spiegelbild verliebt war. Wahr ist vielmehr, dass er begabt oder geschlagen war mit einer uebermaechtigen Weltliebe. Er war geboren und wuchs auf mit einer Zaertlichkeit fuer die Wesen und Erscheinungen von seinen Fingerspitzen bis in das hinterste Universum. Der junge Narziss war die Zu- und Hinneigung in Person und wuenschte nichts mehr, als die ganze Welt in seine Arme zu schliessen. Aber die Welt, die Menschenwelt zumindest, liess das nicht zu, wich vor ihm weg, gab ihm den Blick der Liebe nicht zurueck. (. . .) Und so musste er mit der Zeit den Halt an sich allein suchen. Und so verklammerte sich der grosse Weltliebhaber Narziss an sich selber. In Trance versetzen Und wieder setzt In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus mit diesem Verfuehrungston ein, wie ihn der Germanist Reinhard Baumgart einmal treffsicher genannt hat, einem berueckenden, beinahe einlullenden Sprechen, das typisch ist fuer viele von Handkes Werken. Das beherrscht er wie kein andrer: diese den Leser beinahe in Trance versetzenden Erzaehlanfaenge. Nur dass beim neuen Roman die Veruehrung nicht nachlaesst, sondern bis zum Schluss anhaelt. Handkes spezifische Erzaehlweise birgt Risiken, das liegt auf der Hand. Wer in so hohem Ton singt, laeuft Gefahr, ins Schrille zu kippen. Wer so traeumerisch spricht, kann jederzeit aufgeweckt, mit der banalen Wirklichkeit konfrontiert werden, in der andere Gesetze gelten. Doch der waghalsige Seiltanz gelingt jetzt fast immer. Kaum ein Absturz. Worum geht es? Stand in der Niemandsbucht das einsame Leben des 56jaehrigen Schriftstellers Gregor Keuschnig im Zentrum, ist es hier der Dorfapotheker, der aus eigener Schuld gottsjaemmerlich, wenn nicht gar kotzeinsam geworden ist. Bildete damals ein Pariser Vorort die Kulisse, ist es diesmal ein Provinznest aus der weiteren Heimat Handkes, Taxham bei Salzburg. Hatte Keuschnig Appetit auf Freunde und sehnte sich nach innerer Metamorphose, macht sich der Apotheker mit zwei Gefaehrten, einem beruehmten Skifahrer und einem beruehmten Dichter, auf zu einer Reise jenseits der Grenze. Im Grunde setzt der neue Roman Handkes Selbstfindungsgeschichten fort. Nur dass ihm dieses Mal alles unangestrengt gelingt, mit schwereloser Leichtigkeit, beinahe unabsichtlich. Heimlicher Drehpunkt ist auch jetzt die rasende, unstillbare Sehnsucht nach Wandlung. Der beinahe schmerzhafte Wunsch, ein anderer zu werden als der, der er ist, treibt den Apotheker um, lange bevor er sich in den Strudel der Abenteuer wirft. Wohin fuehrt sein Weg? ueber die Grenze hinaus, durch die karge, wilde Steppe, einer Frau entgegen - hin zur Liebe. Wie Parzival muss er eine Aventiure bestehen, aeussere Gefahren und innere Schmerzen ueberwinden, um der zu werden, der er ist. Von daher erklaert sich die bald maerchenhafte, bald mythische Grundeinfaerbung. Die Raffinesse besteht nun darin, dass Handke die aeussere Topographie nur gerade so weit aufreisst, als dies notwendig wird, um den Hallraum der Seele zu bezeichnen. Alle Koordinaten, die er setzt, sind zugleich Wegweiser zum Ort des inneren Geschehens. Das ergibt ein seltsames Fluoreszieren des Textgewebes. Und entzieht die Geschichte des Apothekers der Zeit: nicht Zeitungszeit, nicht Ereigniszeit, sondern Erlebniszeit. Taxham, schon rein geographisch verschanzt hinter Fernzuggleisen und unzugaenglich wie ein Sperrbezirk, ist psychischer Ort. Das Leben des Apothekers spielt sich im Dreieck zwischen seinem Haus am Flussdamm, der Apotheke und dem Flughafen ab, in dessen Restaurant er regelmaessig isst, einmal mit seiner Frau, einmal mit der Geliebten. Der Apotheker wohnt zwar noch im gleichen Haus wie seine Frau, ist aber zugleich seit zehn Jahren getrennt. Ihr Leben laeuft im eigenen Bereich ab - zeitverschoben. Anrufung der Liebe Wieder ist die Frau allein verreist, auch die Tochter ist auf einer Insel, der Sohn verschollen - oder hat ihn der Apotheker verstossen? Ist es das Spezialgebiet des Apothekers, seine Pilzleidenschaft, die ihn und seine Frau auseinandergebracht hat? Seine Sucht, im Herbst jeden Tag alle Manteltaschen voller Pilze nach Hause zu bringen, die Frau jeden Tag zu zwingen, die Pilze zu essen? Ist es die phallische Konnotation, die Handke im Sinne hat, wenn er seine Figur mit der Pilzpassion ausstaffiert; oder zielt er auf das Rauschmittel, die halluzinogene Wirkung, die Traumerweiterung? Wir wissen es nicht. Mehr noch. Wir wollen es nicht entscheiden; denn die Zeichen straeuben sich gegen die Festschreibung. Sie wollen in ihrer geheimnisvoll oszillierenden Aura belassen werden. Peter Handkes Roman ist eine Abenteuergeschichte und eine Liebesgeschichte - oder vielmehr: die Beschwoerung der Liebe trotz bitterer Abrechnung. Die verzweifelte Anrufung der Liebe im uneingeschraenkten Bewusstsein ihrer radikalen Gefaehrdung. Das Begehren nach Erloesung durch die Liebe trotz dem Wissen um ihre einzigartige Zerstoerungskraft: So viel Schmutz und Verschmutzung zwischen den Geschlechtern wie heutzutage war noch nie. Und die nicht schmutzig sind, das sind die Dummen, so deklamiert der Dichter in seiner Rede ueber die Liebe, die er vor dem Skifahrer und dem Apotheker im Auto haelt. Kein Paar (. . .), bei dem nicht in irgendwelcher Lebenslage unvermittelt jene Entzweitheit ausbrechen koennte und heutigentags ausnahmslos tatsaechlich dann einmal ausbricht - auch wenn sie danach wieder vertuscht wird -, welche im Anfang schon zwischen Frau und Mann angelegt war, zumindest in der Jetztzeit. Zeichen der Umkehr Dennoch treibt es den Apotheker in einer stillen Nacht aus dem Haus hinaus in die Dunkelheit. Es zieht ihn. Es lockt ihn. Es draengt ihn, ohne dass er wuesste, wozu und wohin. Wie er in der Finsternis allein im Wald hockt, bei einsetzendem Regen, auf dem Hoehepunkt einer vollkommenen Gedankenleere, einem Verschwimmen saemtlicher Lebenskonturen, trifft ihn ploetzlich ein Schlag, und zwar genau an der Stelle an der Stirn, an der ihm eine Woche zuvor eine schwarze Stelle herausgeschnitten worden ist. Ist es ein realer Schlag? Oder ein spirituelles Zeichen? War es ein ueberfall? Oder ein Signal der Vorfahren? Handkes eindringliche Gestaltungskraft beweist sich gerade an diesen zeichenhaften Schnittstellen, die vor Sinngeladenheit pulsieren. Schoepft er aus dem uralten Bildreservoir, aus der christlichen Zeichentradition? Der Schlag ins Gesicht bei der Firmung war seit dem 13. Jahrhundert (germanisches) Symbolbrauchtum mit dem Sinn, wichtige Ereignisse und Tatsachen dem Gedaechtnis einzupraegen. Und war das Umgeworfensein des Paulus nicht auch Zeichen einer existentiellen Krise, Zeichen der Umkehr? Der Schlag als Zeichen der Erkenntnis? Bezeichnend ist, dass der Apotheker nun endgueltig die Sprache verloren hat. Schon lange zuvor klang seine Stimme wie aus einem Brunnenschacht, aus einem Kanalloch. Jetzt stammelt er nur noch, murmelt. Dennoch spuert er keinen Schrecken und keine Todesangst. Im Gegenteil. Es ist wie im Maerchen, beim Fall in den tiefen Brunnen. Ein gewaltiger Hunger stellt sich ein. Und es erwacht, durch den Sprachverlust beguenstigt, ein nie gekanntes Begehren, wenn auch ein ungeschicktes, ungeuebtes. Wozu und wohin? Peter Handke markiert die Stufen der inneren Entwicklung mit diesem symbolkraeftigen Zeichen. Der Apotheker, sprachlos, kommunikationslos, ist empfindunglos geworden und toedlich einsam. Die Liebe ist es, die ihn erloesen koennte, aber wie? Der Weg durch die karge Steppe ist Initiationsweg. Die einsamen Abenteuer sind Pruefungen, die nur auf eines zielen: das erkaltete Herz zum Bluten zu bringen, ihm die Sprache zurueckzugeben und ihn damit wieder einzubinden in den Kreis der Freunde. Peter Handke variiert mit dieser Geschichte einen uralten literarischen Stoff, der von den Schriftstellern immer neu erzaehlt wird. Seine literarische Gestaltungskraft zeigt sich genau da: in der eindringlichen, voellig eigenwilligen Gestaltung dieses existentiellen, archaischen Themas. Wie unaufdringlich korrespondieren etwa die Schluesselpassagen. Auf raffinierte Weise ist es der Schlag und spaeter die einfache Beruehrung des Gesichts, welche die Stufen der inneren Entwicklung erzaehlerisch verknuepfen. Die Frau, die stolze Siegerin, die den Apotheker von Taxham auf merkwuerdige Art verfolgt, sie ist es, die ihn mit Schlaegen ins Gesicht zurueck ins Leben holt. In einer einsamen Berghuette steht sie eines Nachts ploetzlich neben seinem Bett, hoch aufgerichtet, mit nassem Haar, die Zuege von ungewohnter Sanftmut. Da schlaegt sie den Apotheker, wirft sich auf ihn und verpruegelt ihn mit solcher Wucht, dass sein Gesicht an der gleichen Stelle zu bluten anfaengt. Und noch einmal wird sie ihn schlagen, jetzt allerdings fast zart, auf den Hinterkopf. Als der Apotheker auf seiner Reise durch die Steppe in einer Lehmgrube liegt, dem Tode nahe, steht sie ploetzlich da, wie ein Schatten, und gibt ihm mit der Liebe die Sprache zurueck. Du bist in Gefahr, jenseits der Grenzen der Welt zu geraten. Deswegen wirst du einen Anlauf zum Neu-Sprechen unternehmen, zum Worte-Neufinden, zum Satzneubilden, laut, zumindest tonhaft. Und wenn dein Reden auch stockfalsch und bloedsinnig ist: Hauptsache, du tust wieder den Mund auf. Peter Handke: In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus. Roman. Suhrkamp-Verlag, Frankfurt am Main 1997. 320 S., 44.50 Fr.